Was ist Privatwirtschaft?

Privatwirtschaft fasst einen Bereich einer Volkswirtschaft zusammen, in dem die Unternehmen, Organisationen oder Ähnliches sich nicht im staatlichen Besitz oder unter staatlicher Leitung stehen. Daher gehören Unternehmen und Gewerbe, die nicht-staatlich sind, sondern von einer natürlichen Person geführt werden, zur Privatwirtschaft.

Unternehmen

Unter Unternehmen ist eine wirtschaftlich selbstständige Organisation zu begreifen. Hier werden dank Instrumenten wie der Planung und Entscheidung Markt sowie Kapitalrisiken eingegangen. Diese betreibt auf der Grundlage des menschlichen Bedarfs die Produktion von Gütern oder Dienstleistungen.

Sofern das Unternehmen eine privatrechtliche Organisation ist, wird dieses als Privatwirtschaft bezeichnet. Dem gegenüber stehen öffentliche Unternehmen, die zur öffentlichen Hand gehören. Körperschaften des Privatrechts sowie Anstalten des öffentlichen Rechts, also Kommunalunternehmen, sind Mischformen, sodass diese sowie Vereine dem Kostendeckungsprinzip unterliegen.

In der Privatwirtschaft können einige Merkmale erkannt werden, die unter anderem von Erich Gutenberg herausgearbeitet und entwickelt worden sind:

  • Der Grundsatz des Privateigentums.
  • Das Autonomieprinzip, welches über die Selbstbestimmung eines Unternehmens über dessen Wirtschaftsplan aussagt.
  • Die Erwerbswirtschaft, die das Streben nach Gewinn beschreibt.

International lassen sich die Unternehmen anhand ihrer Rechtsformen unterscheiden. In den entsprechenden Rechtsformen sind alle relevanten gesetzlichen Richtlinien festgehalten, sodass das Unternehmen auf dieser Grundlage zu einer rechtlichen fassbaren Einheit wird.

Rechtsformen haben ebenso einige zentrale Merkmale, an denen man diese differenzieren kann. Zu den wohl wichtigsten zählen die Merkmale wie das gesetzliche vorgeschriebene Haftungskapital bei beispielsweise Unternehmensgründungen, die allgemeine Haftungsregel sowie die steuerliche Behandlung.

Außerdem kann man anhand der Rechtsform erkennen, ob das Unternehmen eine eigene Rechtspersönlichkeit besitzt oder ob dieses als eine natürliche Person handelt.

Jedes Unternehmen kann seine Rechtsform bei Bedarf ändern, sodass hier die Sprache von einer Umwandlung ist. Diese kann durch Faktoren wie der geänderten Auflagen der Kreditgeber, der Änderungszahl der Gesellschafter, der Steuergesetzänderung oder der Unternehmensgrößenänderung aufgrund des Wachstums oder gar einer Schrumpfung beeinflusst werden.

Wie bereits erwähnt unterscheidet man grundsätzlich zwischen privatrechtlichen und öffentlich-rechtlichen Rechtsformen.

Privatrechtliche Rechtsformen

  • Einzelunternehmen
    • Einzelunternehmen sind prinzipiell alle selbständigen Tätigkeiten einer einzelnen natürlichen Person beispielsweise als Landwirt, Gewerbetreibender oder Freiberufler. Dabei ist es recht uninteressant, ob der Unternehmer eine weitere Person beschäftigt oder nicht.
    • Gleichzeitig ist ein Einzelunternehmen ein Unternehmen, welches als eingetragener Kaufmann, also Einzelkaufmann, im Sinne des Handelsgesetzbuchs (HGB) ist.
  • Genossenschaften
    • Die Genossenschaft beschreibt einen Zusammenschluss von natürlichen respektive juristischen Personen. Ihr Ziel ist eine wirtschaftliche oder soziale Förderung ihrer Mitglieder durch einen gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb (Handelsgewerbe).
  • Kapitalgesellschaften
    • Eine Kapitalgesellschaft ist eine auf einem Gesellschaftsvertrag basierende Körperschaft. Hier wird ein gemeinsames, meist wirtschaftliches Ziel der Mitglieder verfolgt. Die Kapitalgesellschaft wird als eine juristische Person betrachtet. Außerdem sind diese durch gesetzlich festgelegte Kapitalaufbringungsvorschriften und entsprechende Kapitalerhaltungsvorschriften gekennzeichnet. Folgende Typen der Kapitalgesellschaften gibt es:
      • Aktiengesellschaft (AG)
      • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
      • Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)
    • Personengesellschaften
      • Es handelt sich dann um eine Personengesellschaft, wenn sich mindestens zwei natürliche oder juristische Personen zur Verfolgung eines gemeinsamen Zieles zusammenschließen. Typische Personengesellschaften sind folgende:
        • Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR/BGB)
        • Offene Handelsgesellschaft (OHG)
        • Kommanditgesellschaft (KG, auch bekannt als GmbH & Co. OHG)
        • Partnerschaftsgesellschaft (freie Berufe)
        • Stille Gesellschaft
        • Partenreederei (Gesellschaftsform des deutschen Seehandelsrechts)
        • Europäische wirtschaftliche Interessenvereinigung (EWIV)
      • Mischformen
        • Hierunter versteht man, dass die zuvor genannten Gesellschaften miteinander ineinander einhergehen:
          • Kommanditgesellschaft auf Aktien
          • AG & Co. KG
          • GmbH & Co. KG
          • Doppelgesellschaft
        • Körperschaften des Privatrechts
          • Hierbei handelt es sich um eine Organisation, die auf der körperschaftliche juristische Person des Privatrechts basiert. Bei der Körperschaft des privaten Rechts ist ein eingetragener Verein der Grundtyp. Darauf können andere Rechtsformen wie Kapitalgesellschaft, Aktiengesellschaft sowie die Gesellschaft mit beschränkter Haftung aufbauen.
          • Zu der Körperschaft des Privatrechts gehören aufgrund der mangelnden körperschaftlichen Struktur die Stiftung des bürgerlichen Rechts und die Personenhandelsgesellschaft nicht.
        • Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (VVaG)
          • Bei dieser handelt es sich um eine zulässige Rechtsform für einen Versicherer. Somit sind die Versicherungsnehmer Mitglieder und Träger des Vereins zugleich. Eine Nichtmitgliederversicherung mit Nicht-Mitglieder-Versicherungsnehmer kann in Ausnahmefällen mit Versicherungsvereinen abgeschlossen werden.

Öffentlich-rechtliche Rechtsformen

Hierhin gehören Unternehmen ohne Rechtspersönlichkeit, sprich diese haben keine Rechtspflichten und Rechte, sodass sie auch keine rechtsgestaltende Handlungen vornehmen können. Dazu zählen Regiebetriebe, Eigenbetriebe sowie Sondervermögen.

Aber auch Unternehmen mit einer eigenen Rechtspersönlichkeit gehören zu der Art dieser Rechtsform an. Zu nennen sind die Körperschaft des öffentlichen Rechts, Anstalten sowie Stiftungen.